05/2024 Tangokonzert im Küsterhaus Varrel

14. Mai 2024

Tango Duo aus Buenos Aires in Varrel

Am 12.05.2024 war nicht nur Muttertag sondern auch ein echtes „Heimspiel“ für mich. Heimspiel, weil der Ort Varrel zufällig auch meine Heimat in Niedersachsen ist. Das Küsterhaus war früher sogar einmal eine Schule – und auch meine Schule der ersten 4 Jahre!

Der Abend und das Konzert hat alle Erwartungen übertroffen: Wir waren ausverkauft! Ich durfte zum Muttertag nach über 20 Jahren wieder eine Tango- / Kulturveranstaltung im Küsterhaus Varrel organisieren – und moderieren. Damals, in meiner Tango-Sturm-und-Drangzeit habe ich das erste Tangoevent dort organisiert. Im letzten Jahr hat sich der Küsterhaus Verein wieder ein Konzert gewünscht und mich gefragt, ob ich bei der Organisation helfen würde. Das war mir ein großes Vergnügen! Es ist doch viel passiert in den letzten 20 Jahren und meine Expertise für Tangokultur hat sich weiter vertieft mit 10 beruflichen Jahren in Buenos Aires unterwegs.

Im letzten Spätsommer 2023 sind wir dann mit dem Küsterhaus Verein in die Planung gegangen. Mir war schnell klar, wie der Rahmens sein könnte, welche Künstler in Frage kommen würden, ob mit Tanz, Milonga, welches „Tangotainement Programm“ ich wählen würde. Auch wenn die letzte Tangoveranstaltung schon 20 Jahre zurück lag. Aber dazu später:)

Das charakteristische Instrument im Tango, das Bandoneon

Das Bandoneon hatte als Instrument Premiere im Küsterhaus Varrel an diesem Muttertag 2024. Das war ein besonderer Abend für diesen Ort, denn im Küsterhaus befindet sich auch die Musikschule Varrel. Als Instrument ist es das wichtigste im Tango. Aus Deutschland in das gelobte Land, Argentinien von Einwanderern gebracht, wurde es das wichtigste Tangoinstrument. Während es in Deutschland vergessen wurde, hatte es in Buenos Aires Furore: im Tango, der Tanz der Einwanderer. Gescheiterten, Verzweifelten, Ganoven und Zuhältern viele Jahre. Das Bandoneon wurde in im Verlauf in produziert. Viele europäische Profimusiker reisen nach Argentinien um sich „ihr“ Bandoneon zu kaufen.

Tangokonzert in meiner alten Schule mit dem Duo Ranas

Ich habe mich sehr gefreut, dieses Tangokonzert für zwei herausragende Musiker aus Buenos Aires organisieren zu dürfen und den Abend zu moderieren. Wenn mir das damals, vor 30+ Jahren jemand gesagt hätte – ich hätte es nicht geglaubt!

Bei der Vorbereitung für den Abend habe ich auch gleich wieder etwas neues gelernt: Was ein Rana (Frosch) in Buenos Aires bedeutet. 8 Jahre habe ich in Buenos Aires gearbeitet und dort meine Tangoschuh-Kollektionen produzieren lassen. Ich dachte ich kannte mich gut aus in der Kultur, der Sprache und den Gepflogenheiten. Fehlanzeige!

Nur was hat das mit einem Musikerduo zu tun, fragt man sich natürlich. Ich habe gelernt: In Buenos Aires gab es ein Viertel, das zu Zeiten der Einwanderungswellen von 1890-1920 sehr sumpfig, war, nahe am Fluß, dem Rio de la Plata. Somit ein hervorragendes Biotop und Lebensraum für Frösche. Menschen, die in diesem Viertel lebten, galten als besonders gewieft, würde man bei uns sagen, nicht immer geradlinig und sehr humorvoll.

Frosch in grün aus Gummi
La Rana

Ranas – Duo Porteno de Tango – wer dahinter steht

Das sind Pablo Schiaffino, Klavier und Leandro Schnaider am Bandoneon. Exkurs „Porteño“: Ein Porteño ist ein Bewohner der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires. Porteños sind sehr smart, „straßenerfahren“, streetwise, würde man auf englisch sagen, denn die argentinische Hauptstadt ist kein Ponyhof, wie man sich vorstellen kann. Das Land ist von Wirtschaftskrisen geschüttelt, der Überlebenskampf ist hart. Wer es hier geschafft hat, hat gesellschaftlich eine hohe Stellung. Egal ob als Tangotänzer, Tangomusiker oder Komponist.

Pablo Schiaffino und Leandro Schnaider kennen sich seit 17 Jahren. Während des Konzertes sind ihre Dialoge immer mit einer guten Prise Humor gespickt. So behaupten sie frisch und frei, sie fühlen sich wie ein „altes Ehepaar“, so lange touren sie schon als Duo über große und kleine Weltbühnen. Das die Größe der Bühne nicht unbedingt mit der Qualität und dem Verlauf des Konzerts zusammenhängt, wurde im Küsteraus Varrel bewiesen: bei der Eigenkomposition, und unglaublicher Zugabe, ein 14 Minutenstück, „Introdudcción a Libertango“ von Pablo Schiaffino gab es zum Schluß vom Publikum „standing ovations“. Auch für die Musiker war dieses Konzert eines der Highlights auf ihrer 30igsten Europatournee.

Zu guter Letzt: Funfact

Was viele über mich nicht wissen: ich tanze schon über 25 Jahre Tango und habe vor über 20 Jahren schon einmal ein Tangokonzert im Küsterhaus Varrel organisiert und zwar mit einem Akkordeonisten, Hugo Bascopé! Damals habe ich sogar noch eine Show getanzt und eine Tangomalerin eingeladen, Ute Spingler. Sie hat auch ein Bild angefertigt während des Abends.

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