Die kleine Schwester von Tunis: Sousse

1. August 2024

Die drittgrößte Stadt Tunesiens ist ein echter Geheimtipp

Durch einen Zufall, während meiner zweiten Coronareise 2022, ich nenne es jetzt einfach so. Nach längerem wirtschaftlichem Stillstand, reisen nur mit PCR Tests, Wettläufen mit der Zeit um Testergebnisse und Abflugzeiten habe ich im März 2022 meine zweite Flugreise nach zwei Jahren angetreten. Geflogen bin ich nach Monastir, weil ich eine Einladung in ein Wüstencamp hatte, die ich schon lange wahrnehmen, und mir ein Maison d´hôtes, ein Gästehaus gehobener Kategorie anschauen wollte.

Etwas später wollte ich mich in Sousse mit einem Freund und ehemaligen Kollegen aus meiner Zeit in der Tango-/Modebranche treffen. Fernando wollte eine Recherche zur Amazigh Kultur für eine Modeinstallation vorbereiten. Aber dazu in einem anderen Artikel.

Mosaikensammlung im Archeologischen Museum, eine bezaubernde Altstadt und einer der schönsten Stadtstrände, die ich je gesehen habe.

Zweimillionenstadt inklusive Festung (Kasbah) und historischer Stadtmauer

Nach Check-in ins zauberhafte Dar Baaziz, meine erste Unterkunft, wo kaum andere Gäste wohnten, habe ich mich mit einheimischer Begleitung gleich am nächsten Morgen auf Citytour begeben. Der Orient hat mich einfach gekitzelt, wollte entdeckt werden nach langer coronabedingter Abwesenheit und viel online-Kommunikation. Das Orient-Gefühl ausgerechnet in einer Millionenstadt zu spüren war schön, damit hatte ich nicht gerechnet! Vielleicht lag es auch am warmen Willkommensgruß des Besitzers meiner Unterkunft, ein Arzt in seinem Hauptjob, der mich entspannt durch die wuselige Medina ( Altstadt) geführt hat.

Das archäologische Museum in Sousse ist ein echtes HIghlight der Stadt gewesen. Am Rande der Stadtmauer, im Osten der historischen Altstadt gelegen erinnert es ein wenig an Ägypten und die Pyramiden von Gizeh von der Architektur und Bauweise her. Innen findet man große Geschichte und eine beeindruckende Mosaiksammlung, die es mit der Sammlung im Bardomuseum Tunis problemlos aufnehmen kann. Am meisten gefallen hat mir der riesige Innenhof und die Treppenaufgänge. Dort habe ich mich gefühlt, als ob ich eine Pyramide besteigen würde. Die Fenster in den hohen Mauern mit Blick auf die Altstadt und immer wieder Palmen im Wind, erinnern an einen exotischen Ort und daran, dass man sich irgendwo im Orient ist, außerhalb Europas.

Im Hintergrund immer das Meer

Auch in Sousse ist es unmöglich, keine Meeresluft zu schnuppern. Das liebe ich an dieser Stadt. Von der Altstadt, der Medina, gelangt man zu Fuß in 10 Minuten an den berühmten Boujafar Strand. Zu Zeiten von Corona-Lockdowns und absoluten Reiseeinschränkungen gehörte er ganz den Einheimischen. Zu touristischen Saisons ist er mit Sonnenliegen bestückt, die eng aneinander gereiht sind – und für Einheimische und Gäste die in keinem Hotel wohnen, zu haben. Es gibt Kioske, Strandverkäufer für Essen und Sonnenschirme zu mieten – kurz, ein wunderbarer Ort einen Abend zu verbringen – mit Hintergrund die Kulisse des offenen Mittelmeeres.

Relikte des einstigen Massentourismus gemischt mit Nostalgie am Boujafar Strand

Selbstverständlich findet man auch noch Relikte vom Massentourismus seit Beginn der 80er/90er Jahren. Millionen Touristen haben in diesen Zeiten das nordafrikanische Land besucht. Damals der absolute Tipp für Pauschalreisen und kleines Budget. Die Millionen von Touristenwellen sind zum Ende 90er Jahre, Anfang der 2000er Jahre abgeebbt.

In Tunesien ist der Tourismus seit längerem einem starken Wandel ausgesetzt ist. Im Foto unten die Hotelruine eines ehemaligen Hotels, Nahrawess in Sousse aus diesen Zeiten. Es gibt einige solcher Bauten, die einst von ausländischen Geldgebern und Reiseveranstaltern errichtet wurden. Pläne zum Rückbau gibt es derzeit nicht, man lebt mit diesem Anblick, an anderen Orten holt sich die Natur wieder zurück, was ihr genommen wurde und überwuchert Mauern und Gebäude und Palmen wachsen aus Fenstern. Das Hotel Nahrawess befindet sich in der Nähe des berühmten Boujafar Plage, ein schöner Stadtstrand mit feinem, weißen Zuckersand.

Auf kulinarischer Tour

Kulinarisch gibt es keine Grenzen. Wer es exquisit liebt und Gourmet ist, dem empfehle ich die Küche des Dar Antonia mit seinen talentierten und charmanten Chefs, wer orientalisch und budget bevorzugt – auch dafür gibt es eine Riesenauswahl. Ich bin dafür in der Nähe vom Hafen fündig geworden – und bei Gesprächen mit Einheimischen in der Sahara oder in Tunis wurde mir bestätigt, dass das Ferdawas weit über die Stadtgrenzen bekannt sei für seine Küche. Neben lokaler Spezialitäten wie „Reise Sousse / Reis Djerbi“ bietet es auch exzellentes Streetfood an. Frage einen Einheimischen, wenn du in der Nähe des Hafens bist.

Streetfood at its best! Aber: Vorsicht, das grüne Ding ist keinen Paprikaschote!

Meine Lieblingsunterkünfte

Ich habe für Euch schon ausreichend getestet….von einem super Maison d´hôtes im Centre Ville von Monastir über ein traditionelles, schnuckliges und eines der Luxusklasse in der Altstadt von Sousse. Alle Häuser sind von Inhabern geführt und in Privatbesitz.

Ein paar Eindrücke meiner Favorite. Buchungen über meine Seite Unterkünfte in Planung:

Geographische Lage ein weiterer Bonus

Sousse ist außerdem ein idealer Anreiseort für Touren in den Süden, wie z. B. ins Dahargebirge, nach Djerba, Zarzis oder in die Königin der Wüsten, die Sahara. Der Flughafen Monastir liegt in 20km Entfernung und ca. 15 Min. Taxifahrt.

Der attraktive Badeort Skanes / Monastir mit seinen langen unbebauten Stränden liegt unweit vor den Toren der Stadt. Neugierig auf Soussa? So nennt man die Stadt auf tunesisch.

Schreibe mir gerne im Kommentarfeld, wenn dich eine Städtereise nach Sousse interesssiert.

Frau am Strand in aufrechter Haltung mit ausgestreckten Armen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelles von Travel Tales

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner