Es gibt Orte, die entdeckt man eher zufällig. Und dann gibt es Orte, die bleiben jahrelang irgendwo im Hinterkopf. Orte, die man immer wieder auf der eigenen Reisekarte entdeckt und bei denen man irgendwann denkt: Jetzt ist die Zeit gekommen. Für mich ist Kerkennah in Tunesien genau so ein Ort. Seit vielen Jahren reise ich durch Tunesien. Ich kenne die großartige Weite der Sahara, die Tafelberge Timbeine und UNESCO Weltnaturerbe, die beeindruckenden Landschaften des Dahargebirges, die Insel Djerba und die vielen unterschiedlichen Gesichter von Tunis, Sousse und anderen Städten. Ich bin in diesem Jahr bis zum Nordcap gereist, durch Bergdörfer gewandert, habe lokale Geschichten gehört - und bin immer wieder zurückgekehrt.
Und trotzdem gibt es noch diesen weißen Fleck auf meiner persönlichen Tunesienkarte der mich nicht loslässt. Kerkennah. Seit Jahren habe ich die Inselgruppe im Visier. Und jetzt wird aus diesem Wunsch eine Reise.
Das Titelfoto ist übrigens Teil einer Tunesien-Ausstellung in Barmstedt / Hamburg im Rathaus gewesen, die ich im letzten Jahr besucht habe. Damals wusste ich noch nicht, dass mein persönlicher Reisewunsch ein Jahr später Gestalt annehmen würde. Der Fotograf ist Skander Zarrad, alle Infos zu seinen weiteren Arbeiten im Link.
Eine andere Seite von Tunesien entdecken
Die Kerkennah-Inseln liegen vor der tunesischen Ostküste im Golf von Gabès. Von Sfax aus geht es mit der Fähre hinaus auf die Inselgruppe – und genau dieser Übergang vom tunesischen Festland auf die Inseln gehört für mich schon zum Reiseerlebnis.
Kerkennah hat mich schon lange neugierig gemacht, weil ich hier eine ganz andere Seite von Tunesien vermute. Bis vor der Pandemie gab es hier sogar ein jährliches Musikfestival im Frühjahr.
Es ist kein Ort, den man unbedingt auf einer klassischen ersten Tunesienreise besucht. Und genau das hat mein Interesse geweckt.
Mich faszinieren Orte, an denen man langsamer werden kann. Orte, an denen man beobachten kann, wie Menschen mit ihrer Umgebung leben. Wo Landschaft, Tradition und Alltag noch eng miteinander verbunden sind.
Kerkennah scheint genau so ein Ort zu sein.
Und deshalb möchte ich nicht einfach nur für einen Tag hinfahren und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abhaken.
Ich möchte die Inseln kennenlernen.
Charfia Fischerei: Wenn das Meer zum Lebensraum wird


Ganz besonders freue ich mich darauf, die traditionelle Charfia Fischerei auf Kerkennah live zu erleben.
Charfia ist eine traditionelle Fangtechnik, bei der mit Barrieren aus Palmwedeln und anderen natürlichen Materialien Fische in speziell angelegte Fangkammern geleitet werden.
Was mich daran fasziniert, ist dabei nicht nur die Technik.
Es ist das Wissen dahinter.
Das Wissen über das Meer, die Gezeiten, die Jahreszeiten und das Verhalten der Fische – ein Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde.
Die Charfia Fischerei ist nicht nur immaterielles Kulturerbe (UNESCO seit 2020) des Archipels. Sie erzählt für mich weit mehr als die Geschichte einer bestimmten Fangmethode. Sie erzählt von der Beziehung der Menschen auf Kerkennah zum Meer und von einer Lebensweise, die eng mit der natürlichen Umgebung verbunden ist.
In diese Geschichte möchte ich eintauchen. Nicht aus der Entfernung. Deshalb sind mehrere Tage auf dem Archipel geplant.
Und ich möchte hinaus auf`s Wasser.
Von einem lang gehegten Wunsch zu einer echten Reise
Manchmal beschäftigt einen ein Ort so lange, dass irgendwann nur noch eine Entscheidung bleibt:
Nicht länger darüber reden. Machen - Hinreisen.
Für mich ist dieser Moment jetzt gekommen.
Am 11. November 2026 mache ich mich von Tunis aus auf den Weg nach Kerkennah.
Und ich möchte diese Reise nicht als kurzen Abstecher gestalten.
Ich möchte mir Zeit nehmen.
Sieben Tage, um die Inselwelt ausgiebig zu erkunden. Durch die Dörfer zu gehen. Der Küste zu folgen. Menschen kennenzulernen. Die lokale Küche zu probieren. Den Alltag zu beobachten. Und natürlich die Charfia Fischerei zu erleben.
Ich möchte herausfinden, wie sich Kerkennah tatsächlich anfühlt – jenseits von Reiseführern und den Informationen, die man vorab im Internet findet.
Denn genau das ist für mich Reisen.
Nicht nur Orte sehen.
Sondern verstehen wollen.
Auch eine Tunesienexpertin darf noch Neues entdecken
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Seiten des Reisens.
Egal, wie oft man in ein Land zurückkehrt: Es gibt immer noch einen Ort, den man nicht kennt. Eine Straße, die man noch nicht entlanggegangen ist. Eine Geschichte, die man noch nicht gehört hat.
Für mich ist Kerkennah genau dieser Ort. Seit Jahren steht dieses Archipel vor der tunesischen Mittelmeerküste, am Golf von Gabes auf meiner persönlichen Reiseliste. Und diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich alles andere als ein Bucketlist-Hunter bin. Manche Orte trägt man einfach im Inneren mit sich. Jetzt wird aus dieser lang gehegten Neugier endlich eine Reise.
Auf der eigenen Landkarte darf es immer noch weiße Flecken geben.
Meine werden bald kleiner. Oder vielleicht auch nicht:)
Und vielleicht ist genau das für mich das Spannendste am Reisen in ein Land:
Denn eines habe ich in meinen vielen Jahren "Tunesien bereisen" gelernt: Je mehr man entdeckt, desto mehr Fragen entstehen. Und ich habe das Gefühl, dass Kerkennah mir einige neue Fragen mit auf den Weg geben wird.
Vielleicht über das Meer.
Vielleicht über das Leben auf den Inseln.
Vielleicht über eine Form des Reisens, bei der man nicht möglichst viel sehen möchte – sondern möglichst genau hinschauen.
Am 11. November geht es ab Tunis für sieben Tage Richtung Kerkennah.
Diesmal nicht, um anderen Tunesien zu zeigen. Sondern um selbst wieder etwas Neues zu entdecken. Start ist die Hauptstadt Tunis, von dort geht es mit PKW über El Jem nach Sfax auf die Fähre nach Kerkennah. Die Rückfahrt nach Tunis ist am 17.11.2026
BREAKING - Die gute Nachricht: Ich habe noch Platz für einen zweiten Explorer. Schreibe mir, wenn dich diese Reisegeschichte interessiert.
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