Wenn eine Inseltour mit einem Brik endet
Tunesien kulinarisch entdecken bedeutet für mich, ein Land nicht nur über seine Sehenswürdigkeiten kennenzulernen, sondern über seine Menschen, seine Geschichten und natürlich über sein Essen. Genau deshalb gehört zu meinen individuellen Reisen nach Tunesien immer auch mindestens ein kulinarisches Erlebnis.
Inseltour Houmsouk
Auf Djerba wurde eine solche Entdeckungstour in Houmt Souk, die Inselhauptstadt am Ende mit einem ganz besonderen Imbiss gekrönt. Und damit wurde aus einer klassischen Insel-Tour eine kleine kulinarische Reise durch die Streetfood Entdeckung.
Im Rahmen der letzten Seminarreise nach Djerba war ich gemeinsam mit einem Gast und meinem Local Guide Tawfik in Houmt Souk, der Hauptstadt der Insel, unterwegs.
Natürlich wollen meine Gäste immer Djerba entdecken. Aber nicht einfach nur die bekannten Sehenswürdigkeiten der Inselhauptstadt erkunden und anschließend einen Haken auf einer Liste machen. Sie wollen den Ort fühlen.
Wenn ich mit Gästen unterwegs bin, möchte ich ihnen einen Ort möglichst nah bringen. Dazu gehören für mich die Geschichte und Kultur genauso wie die Menschen, das tägliche Leben – und die Küche. Die sagt einiges über ein Volk. Das kann ein kleines Café sein, ein Marktstand mit frischen Kaktus oder ein Restaurant, das ich selbst interessant finde.
Und manchmal ist es ein Ort, den ich selbst zwar schon kenne – und dann zeigt mir mein Local Guide etwas , das ich bisher übersehen habe. So war es auch diesmal.
Ein kleiner Streetfood-Imbiss mit einer großen Überraschung
Unser letzter Stopp in Houmt Souk war ein kleiner Fast-Food-Imbiss, den vor allem Einheimische besuchen. Für mich war dieser Ort nicht völlig neu. Ich kannte ihn bereits von früheren Reisen.
Doch Tawfik machte uns auf etwas aufmerksam, das mir bislang tatsächlich entgangen war:
Das oberste Regal. Es war wie eine Art Vitrine in die weiße Wand eingebaut war. Dort stand ein gerahmtes Bild mit einer besonderen Auszeichnung:
🏆 Torchi Food Awards 2024 – Gold für Brik



Der Ghzaiel Fast Food auf Djerba hatte 2024 in der Kategorie Brik die Goldauszeichnung erhalten und damit den Wettbewerb als bester Brik-Fast-Food-Anbieter Tunesiens gewonnen.
Tawfik erzählte uns davon ganz beiläufig. Für ihn war es offenbar keine große Sache. Mit Briks aufgewachsen:)
Für uns schon. Genau solche Momente sind es, die eine Reise für mich besonders machen. Nicht, weil der Ort spektakulär aussieht. Sondern weil jemand vor Ort weiß, was dahintersteckt. Und natürlich war damit die Entscheidung gefallen:
Wir mussten diesen Brik hier und jetzt probieren.
Wie auch nicht? 😉
Tunesien kulinarisch entdecken: Warum Essen so viel über einen Ort erzählt
Der Brik gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der tunesischen Küche. How to Brik?
Das hauchdünne, knusprige Teiggebäck wird mit unterschiedlichen Zutaten gefüllt und anschließend frittiert. Die Basis sind immer gekochte Kartoffeln, gewürfelt. Dann kommt Ton (Thunfisch), Kapern - und das rohe Ei als Füllung hinein, als Klassiker. Es gibt sie aber auch vegetarisch - oder mit Tomate Mozzarella,...und bestimmt auch vielen anderen Abwandlungen. Warum die Teigtaschen so heißen, habe ich mich oft gefragt. Aus dem französischen abgewandt ist es brique - Stein. Und ja, wenn man mehr als drei auf einmal isst fühlt man sich, als ob man Steine im Bauch hat:)
Doch für mich ist bei einer kulinarischen Reise nicht nur interessant, was auf dem Teller liegt. Mindestens genauso wichtig ist die Frage:
Wo essen die Menschen vor Ort?
Denn natürlich kann man tunesische Spezialitäten in einem touristischen Restaurant probieren. Aber manchmal erzählt ein kleiner Imbiss viel mehr über den Alltag eines Ortes. Man sitzt dort, wo auch die Einheimischen sitzen. Man beobachtet, was bestellt wird, erlebt die Atmosphäre. Passt sich an, räumt auch ruckzuck den Platz, damit der nächste sitzen kann - oder sitzt mit wildfremden Menschen in einem kleinen Restaurant auf engem Raum und redet über das Essen - und vielleicht auch, bei entsprechenden. Sprachkenntinssen über Gott und die Welt.
Und man bekommt einen kleinen Einblick in das alltägliche Leben, der in einem klassischen Reiseführer kaum zu finden ist. Genau deshalb gehört Kulinarik für mich zum Reisen. Essen verbindet. Und Essen öffnet Türen.
Was ein guter Local Guide aus einer normalen Tour macht
Genau hier zeigt sich für mich der Wert eines wirklich guten Local Guides. Ein klassischer Reiseführer kann dir zeigen, welche Sehenswürdigkeiten auf Djerba wichtig sind.
Ein Local Guide kann dir zeigen, wo du selbst wahrscheinlich niemals hingekommen wärst - und er öffnet dir eine Tür - zu den Einheimischen.Tawfik kennt Djerba nicht nur aus einem Reiseführer.
Er kennt die Insel aus seinem eigenen Alltag.
Er weiß, wo man einen guten Brik und das beste Couscous bekommt. Er kennt kleine Restaurants, Cafés und Orte, die nicht unbedingt auf den klassischen touristischen Routen liegen.
Und er kennt Geschichten, die man nicht googeln kann. Und AI dir nicht ausspuckt. Das ist für mich ein ganz wichtiger Teil meiner Reisen.
Ich möchte nicht behaupten, dass ich jeden Geheimtipp Tunesiens kenne. Das wäre auch gar nicht mein Anspruch.
Mein Anspruch ist, mit Menschen vor Ort zu arbeiten, denen ich vertraue und die meine Werte kennen.
Menschen, die ihre Heimat kennen und bereit sind, ihre Perspektive mit meinen Gästen zu teilen. Gerade Djerba hat abseits der klassischen Touristenrouten noch so viel zu bieten.
Die Urlaubsinsel wird häufig mit Sonne, Meer, großen Hotels und Palmen verbunden.
Und natürlich gehört all das zu ihr. Aber wer Djerba wirklich entdecken möchte, kann noch eine ganz andere Seite kennenlernen.
- Die engen Gassen von Houmt Souk.
- Die Märkte.
- Die Handwerksbetriebe.
- Die kleinen Cafés.
- Die Dörfer.
- Die Menschen.
- Die Geschichten.
- Und natürlich die tunesische Küche.
Manchmal reicht dafür ein kleiner Umweg.
Oder der Satz eines Local Guides:
„Hier gehen die Einheimischen hin.“
Für mich ist das meistens eine ziemlich gute Empfehlung. Denn genau solche Situationen lassen sich nicht vollständig planen. Sie entstehen durch lokales Wissen, Beziehungen und Vertrauen.
Und manchmal entstehen daraus die schönsten Erinnerungen einer Reise.
Eine Djerba Tour kann mehr sein als eine Inselrundfahrt
Meine Vorstellung von einer individuellen Djerba Tour ist deshalb eine andere als die einer klassischen Inselrundfahrt.
- Ich möchte nicht möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit zeigen.
- Ich möchte Erlebnisse schaffen, die im Gedächtnis bleiben.
- Vielleicht ist es eine Begegnung mit einem Handwerker.
- Vielleicht ein kleiner Markt, den man ohne Local Guide übersehen hätte.
- Vielleicht ein Café, in dem vor allem Einheimische sitzen.
- Vielleicht eine Geschichte, die man sonst niemals gehört hätte.
- Oder eben ein Brik, das mit Gold ausgezeichnet wurde.
Djerba entdecken bedeutet für mich: neugierig sein, langsamer schauen und sich auf das einlassen, was vor Ort passiert.
Und manchmal ist genau das viel wertvoller als die nächste Sehenswürdigkeit auf der Liste.
Kulinarisches Djerba: Das Finale unserer Tour
Für unsere Tour durch Houmt Souk war der Brik deshalb nicht der Auftakt, sondern das kulinarische Finale. Und vielleicht war genau das besonders schön. Wir hatten gemeinsam Djerba entdeckt, waren durch Houmt Souk gelaufen, hatten Geschichten gehört und Eindrücke gesammelt.
Und am Ende saßen wir dort, wo auch die Einheimischen essen.
Vor uns: ein frisch zubereiteter Brik.
Neben uns: unser Local Guide Tawfik.
Und über uns: die Auszeichnung, die uns überhaupt erst auf diesen kleinen kulinarischen Schatz aufmerksam gemacht hatte.
So sieht für mich eine gelungene Reise aus.
Nicht spektakulär um jeden Preis. Sondern persönlich.
Lokal.
Genussvoll.
Djerba kulinarisch entdecken und Reisegeschichten schreiben
Wenn du Tunesien kulinarisch entdecken und dabei auch die Orte kennenlernen möchtest, die abseits der klassischen touristischen Routen liegen, sind meine Local Guides ein wichtiger Teil des Reiseerlebnisses.
Und manchmal überraschend.
Ich arbeite mit Menschen vor Ort, die ich kenne und denen ich vertraue. Sie bringen nicht einfach Gäste von A nach B. Sie teilen ihre Heimat, ihre Geschichten und ihre persönlichen Empfehlungen.
So entstehen Begegnungen, die eine klassische Sightseeing-Tour nicht unbedingt bieten kann. Denn Djerba ist nicht nur Sonne, Meer, Hotels und Palmen.
Djerba kann auch Brik. Und zwar ziemlich gut. 🥟🏆
Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Arten, Tunesien kulinarisch zu entdecken.
Lust auf Tunesien abseits der klassischen Route?
Wenn du Tunesien nicht nur sehen, sondern mit allen Sinnen erleben möchtest, begleite ich dich oder meine lokalen Partnern auf individuellen Reisen und kulinarischen Entdeckungen. Meine nächste Reise in der es auch die Kulinarik eine Rolle spielt geht übrigens in die Hauptstadt Tunis.
Du hast eher Lust auf Inselurlaub? Schreibe mir, wenn du mit Tawfik seine Insel kennenlernen möchtest, dann buche ich deine Tour mit ihm - oder auch ein komplette Route mit Guides und empfehle dir die passenden Unterkünfte. Infos und Paket-Preise findest du auf meiner Startseite.



Was macht meine Touren aus?
Es geht es nicht darum, möglichst viele Geheimtipps abzuhaken. Es geht um besondere Orte, interessante Menschen, gutes Essen und die kleinen Momente, die man nach einer Reise noch lange im Kopf behält.
Hast du auch schon einmal eine Kulinarik Erfahrung in Tunesien oder anderswo gemacht, die dir im Gedächtnis geblieben ist?
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