Warum Tierwohl für mich ein wichtiger Aspekt des verantwortungsvollen Reisens ist: Wer heute eine Reise bucht, möchte längst nicht mehr nur schöne Landschaften sehen oder außergewöhnliche Erlebnisse sammeln. Immer mehr Menschen stellen sich - und auch ich mir, die Frage:
„Wie werden die Tiere behandelt, denen ich auf meiner Reise begegne?“
Diese Entwicklung beobachte ich seit einigen Jahren mit großem Interesse. Denn sie zeigt, dass Reisen bewusster, verantwortungsvoller wird. Es geht nicht mehr nur darum, was wir erleben, sondern auch darum, wie diese Erlebnisse entstehen.
Tiere sind keine Dienstleistungsgeräte
Ob Kamele auf einem Saharatrek oder vor den Pyramiden von Gizeh, Esel in den Bergdörfern oder Pferde an Stränden in Hotelzonen – Tiere begleiten den Tourismus seit Dekaden.
Und die Menschen in den Urlaubsgebieten seit Jahrhunderten. Gerade in Tunesien waren sie lange - und sind es immer noch, Teil des täglichen Lebens, der Kultur und vieler Traditionen.
Im Tourismus weltweit werden sie jedoch häufig auf eine einzige Rolle reduziert: Sie sollen Gäste transportieren, für Fotos posieren oder Unterhaltung bieten.
Dabei wird leicht vergessen, dass jedes dieser Tiere ein Lebewesen ist. Es hat Bedürfnisse, Grenzen und verdient Respekt.
Wer nachhaltigen Tourismus ernst nimmt, sollte Tiere niemals als touristisches „Werkzeug“ betrachten, sondern als Mitgeschöpfe, deren Wohlergehen genauso wichtig ist wie das Reiseerlebnis selbst.
Warum Tierwohl heute ein Qualitätsmerkmal ist
Die Erwartungen vieler Reisender haben sich verändert.
Immer häufiger verzichten Menschen bewusst auf Angebote, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass Tiere leiden oder lediglich als Attraktion eingesetzt werden.
Stattdessen wünschen sie sich authentische Begegnungen – ohne Zwang, ohne Inszenierung und ohne Ausbeutung.
Tierwohl ist deshalb längst nicht mehr nur eine ethische Frage.
Es ist ein Qualitätsmerkmal verantwortungsvoller Reiseangebote.
Was bedeutet Tierwohl auf Reisen?
Tierwohl zeigt sich nicht in großen Versprechen, sondern in vielen kleinen Entscheidungen.
Dazu gehört beispielsweise:
- Tiere nicht zu überfordern.
- Für ausreichend Ruhe, Wasser und Futter zu sorgen.
- Begegnungen respektvoll zu gestalten – nicht für das perfekte Foto.
- Die Bedürfnisse des Tieres immer über den Wunsch nach einem touristischen Erlebnis zu stellen.
Manchmal bedeutet das auch, dass eine Aktivität nicht stattfindet.
Oder dass ein Tier eine Pause bekommt.
Verantwortungsvoller Tourismus akzeptiert diese Entscheidungen.
Mein Anspruch mit Travel Tales
Bei meinen Reisen nach Tunesien arbeite ich ausschließlich mit Partnern zusammen, die meine Werte teilen, bzw Tierwohl leben, bzw. verstehen.
Ein schönes Beispiel ist meine Partnerranch für ein Seminar zur Persönlichkeitsentwicklung auf Djerba. Dort lebt der Berberhengst Antar (Titelfoto), der viele Gäste mit seiner Ausstrahlung begeistert. Und das auch nur, weil er pferdegerecht gehalten wird: Mit seinen Freunden tobt er täglich über einen großen Paddock. Das brauchen Pferde u. a. um körperlich und geistig gesund zu bleiben: Sozialisieren, spielen, Kräfte messen.
Antar ist nicht da, um Touristen zu unterhalten. Er ist Teil eines respektvollen Miteinanders zwischen Mensch und Tier.
Gäste erleben ihn nicht als Attraktion, sondern als Persönlichkeit mit eigener Ausstrahlung und eigenen Bedürfnissen.
Genau diese Haltung macht für mich den Unterschied.
Nachhaltigkeit bedeutet auch Verantwortung für Tiere
Wenn wir über nachhaltigen Tourismus sprechen, denken viele zuerst an Müllvermeidung, Klimaschutz oder regionale Wertschöpfung.
All das ist wichtig.
Doch Nachhaltigkeit umfasst noch mehr.Sie bedeutet auch Verantwortung für die Tiere, die Teil unserer Reisen sind.
Wer ihnen mit Respekt begegnet, schützt nicht nur ihr Wohlbefinden. Er trägt auch dazu bei, dass traditionelle Mensch-Tier-Beziehungen erhalten bleiben und Reisende ein authentisches Bild des Gastlandes gewinnen.
Die schönsten Begegnungen entstehen ohne Zwang
Meine schönsten Erinnerungen aus Tunesien sind selten spektakulär.



Es sind die stillen Momente. Ein Kamel, das mir vertraut. Mich jeden Morgen auf einem Kameltrek mit einem Stupser begrüßt und dannn wieder "seins" macht.
Ein Pferd, das freiwillig den Kontakt zu einem Menschen sucht. Ein Esel, der nach getaner Arbeit im Schatten ruht.
Diese Augenblicke lassen sich nicht inszenieren. Sie entstehen dort, wo Respekt spürbar wird – zwischen Menschen, Tieren und der Kultur eines Landes.
Und genau solche Begegnungen möchte ich mit meinen Reisen ermöglichen.
*++* Wenn du Pferdezeit oder Reiturlaub in Tunesien mit Pferden, die wie Antar gehalten werden, verbringen möchtest - schreibe mir gerne.
Wie wichtig ist dir Tierwohl, wenn du eine Reise oder ein touristisches Angebot auswählst? Ich freue mich auf deine Gedanken und Erfahrungen.
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