Die Reisemesse ITB Berlin wurde 60!

7. März 2026

Bei schönstem März-Frühlingswetter fand die diesjährige ITB Berlin, eine der wichtigsten Tourismusmessen der Welt im ICC Berlin am Messedamm statt. Gastland, hosting country, war Angola in diesem Jahr.

2026 feiert die ITB Berlin 60 Jahre Weltleitmesse des Reisens

Seit 1966 bringt sie jedes Jahr die globale Tourismusbranche in Berlin zusammen – Destinationen, Airlines, Reiseveranstalter, Start-ups und Visionäre der Branche. Und doch fühlt sich diese ITB ein wenig anders an als manche davor.

Zwischen Fernweh und Realität

Natürlich ist da das typische ITB-Gefühl: bunte Stände, Köstlichkeiten, Musik aus aller Welt, Gespräche über neue Destinationen und Innovationen im Tourismus. Man hört Sprachen aus allen Kontinenten, sieht Menschen in traditionellen Kleidern neben Businessanzügen, und überall wird über Reisen gesprochen – über Orte, die man entdecken möchte, und über neue Ideen für die Zukunft des Reisens.

Gleichzeitig kommt man kaum umhin, immer wieder auf das Smartphone zu schauen. Die Nachrichten erinnern daran, dass die Welt außerhalb der Messehallen gerade alles andere als ruhig ist. Während hier über neue touristische Kooperationen gesprochen wird, beherrschen die Eskalationen im Mittleren Osten die Schlagzeilen.

Diese Gleichzeitigkeit fühlt sich merkwürdig an: drinnen Optimismus und Fernweh, draußen geopolitische Spannungen und Raketenanschläge, gesperrte Lufträume und Flughafen-Chaos in in Golfstaaten.

Eine Branche, die gelernt hat, mit Krisen zu leben

In Gesprächen mit Ausstellern und Branchenvertretern taucht dieses Thema gelegentlich auf. Die vergangenen Jahre haben den Tourismus geprägt: Pandemie, politische Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten. Viele sagen, die Branche sei heute resilienter als früher.

Reiseziele passen ihre Strategien schneller an, Märkte diversifizieren sich, und digitale Technologien helfen, flexibler auf Veränderungen zu reagieren. Trotzdem bleibt klar: Tourismus ist immer auch ein Spiegel der Weltlage.

Inspiring Tunisia

Ist der Slogan des nördlichsten afrikanischen Landes. In diesem Jahr hatte ich die große Freude das Land in dem ich seit 2014 überwiegend meine eigenen Reisen und Retreats anbiete mit meiner Partneragentur für Aktiv-/ Wanderreisen in Süd Tunesien zu präsentieren. Sorgfältig haben wir unseren Messeauftritt vorbereitet, Visitenkarten und Flyer kreiert, Termine geplant, Kooperationspartner in den unterschiedlichen Hallen besucht und unseren Besuchern und Gästen tunesisches Gold, frische Datteln gereicht.

Nachhaltig den Kontinent wechseln

Neben kulinarischen Köstlichkeiten punktet das Land mit einem großartigen kulturellen Erbe, einer Metropole am Meer , landschaftlicher Vielfalt besonders mit dem milden, sonnigen Klima und der Nähe zu Europa, was die Aneise sehr entspannt macht.

Nur 1800 km Entfernung und ein Direktflug über knapp 3 Stunden trennen Deutschland und den afrikanischen Kontinent. Zur deutschen Sommerzeit reist man sogar komplett ohne Zeitumstellung und landet jetlagfrei an einem der vier Flughäfen. In die Wüste, die tunesische Sahara, gelangt man in derselben Flugzeit und fährt nach der Landung auf Djerba noch ca. 3 Std. mit dem Auto nach Douz um sich in die unendlichen Weite und in die Magie der Königin der Wüsten, in die Sahara zu begeben. Die ich seit 2021 regelmäßig bereise, mit verschiedenen Tour-Konzepten. Meine erste Wüstenentdeckung war der Sahara Nationalpark, ein mittlerweile etabliertes Tourkonzept das auch durch dasDahargebirge, den Geburtsort der Welt, führt.

Neue Tourismuskonzepte auf dem Vormarsch

Neben den Klassikern wie Starwars und Thalasso (Meerestherapie) entwickelt sich gerade Astronomietourismus, Kulinarik-Touren mit Kochabenden und Agrartourismus sehr stark. Was auch Wertschätzung für strukturschwache Regionen bringt. Genauso wie Wandertourismus. Dazu mein Filmtipp

Die besondere Atmosphäre der ITB

Was mich auf der ITB jedes Jahr aufs Neue fasziniert, ist diese besondere Mischung aus Geschäftstreffen und kultureller Begegnung. Man kann in wenigen Minuten von einem Stand aus Südamerika zu einer asiatischen Destination laufen, danach mit europäischen Technologieanbietern sprechen und plötzlich bei einem afrikanischen Tourism Board landen.

Gerade in Zeiten politischer Spannungen wirkt diese Messe fast wie ein kleines Gegenmodell zur Weltpolitik: Menschen aus unterschiedlichsten Ländern sitzen zusammen an einem Tisch und überlegen, wie sie mehr Austausch, mehr Begegnung und mehr Reisen ermöglichen können.

Die beste Party der Stadt

Fand am Dienstag wohl in der italienischen Botschaft statt. In Begleitung einer Kollegin aus Österreich hatte ich die Ehre die Botschaft kennenzulernen. Besonders: Die Silentparty in der großen Eingangshalle! Alle haben zu drei DJs gerockt! Ich habe auf meinem persönlichen Instagramblog ein Reel gepostet: the week or the world in a nutshell.

Ein Jubiläum mit Bedeutung

Der 60. Geburtstag der ITB ist deshalb mehr als nur eine runde Zahl. Er zeigt, wie konstant sich diese Messe als globaler Treffpunkt des Tourismus behauptet hat – durch wirtschaftliche Krisen, politische Veränderungen und vor nur 4 Jahren auch durch eine Pandemie.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke dieser Veranstaltung: Sie bringt Menschen zusammen, die daran glauben, dass Reisen Brücken bauen kann.

Mein Fazit

Wenn ich am Ende eines Messetages das Gelände verlasse, bleibt ein gemischtes Gefühl. Einerseits der Optimismus und die Energie einer Branche, die immer nach vorne schaut. Andererseits das Bewusstsein, dass Tourismus nie losgelöst von der Weltpolitik existiert.

Gerade deshalb fühlt sich die ITB in diesem Jahr besonders relevant an. Denn während draußen Konflikte die Schlagzeilen bestimmen, zeigt diese Messe seit 60 Jahren etwas anderes: Menschen wollen die Welt entdecken – und einander begegnen.

Last but not least: Hosting Destination, Gastaland kann man eigentlich nicht sagen, im nächsten Jahr? Islandvibes: Die Malediven

Hast du die ITB Berlin in früheren Zeiten, als die Messe noch für Publikumsverkehr geöffnet war, schon einmal besucht? Schreibe mir gerne deine Meinung.

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4 Kommentare zu „Die Reisemesse ITB Berlin wurde 60!“

  1. Anja

    Hey, das ist sehr inspirierend, toll auf den Punkt gebracht.
    Politik spiegelt nicht die Wünsche der Menschen wider, sondern nur leider die Machtspielchen einiger narzistischer Männer.

  2. Gute Zusammenfassung, Susanne! Trifft den Vibe der ITB wohl perfekt. Drinnen bunt und lebhaft, draußen gerade durchaus bedrohliche Szenarien. Lassen wir uns aber den Optimismus – oder zuversichtlichen Realismus – nicht nehmen und machen wir weiter, was gut tut: Reisen, genießen und vor allem darüber erzählen.

    1. Susanne Stukenberg

      Danke liebe Kollegin! Ja, so sehe ich das auch. Die Menschen sollten alle Szenarien sehen und „mitgenommen“ werden. Ich möchte als Organisatorin & Vermittlerin von Reisen und Retreats nicht immer nur „Eitel-Sonnenschein Berichte“ liefern.

  3. Liebe Susanne,
    danke fürs Mitnehmen auf deine ITB 2026. Spannend, was du da so erlebt hast. Besonders interessant fand ich auch deine Bemerkung, dass der Astronomietourismus auf dem Vormarsch ist. Darüber würde ich total gerne mehr erfahren.
    Ansonsten war ich zuletzt 2020 im Jahr des Corona-Ausbruchs auf der ITB, die vielmehr eine Nicht-ITB war. Davor war ich nur zu den Zeiten da, als die iTB auch für Nicht-Fachbesucher:innen geöffnet hatte. Von daher würde es mich schon sehr reizen, diese neue ITB mal kennenzulernen …
    Viele Grüße
    Claudia

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